Und sie bewegt sich doch

"Sie"? , - Wer? Unsere Kirche natürlich!

Segnungen homosexueller Paare: Deutschlands katholische Kirche diskutiert über die Segnung homosexueller Paare. Nach Anregung des Osnabrücker Bischofs Bode gibt es auch in Limburg Vorschläge. Dem Frankfurter Stadtdekan J. zu Eltz zufolge geht es um geschieden Wiederverheiratete sowie um gleichgeschlechtliche Paare. Wichtig seien Regeln, um eine Verwechslung mit einer kirchlichen Trauung auszuschließen.

Diakoninweihe: In Teheran hat im September eine 24-jährige die Diakonatsweihe erhalten. Die Anästhesistin ist keine Ordensfrau, gehört aber zur armenischen Kirche.
Auch die Synode des griechisch-orthodoxen Patriarchats von Alexandria in Ägypten hat 2016 beschlossen, das Frauendiakonat wiederzubeleben. Seit August 2016 lässt Franziskus untersuchen, was Diakoninnen der Frühkirche taten. Th. Hainthaler, Honorarprofessorin für Christologie der Alten Kirche und Theologie des christlichen Ostens, beweist, dass es Diakoninnen in der Frühkirche gab - Schwerpunkt Ostkirche. Sie assistierten bei der Taufe von Frauen. Die bekannteste Diakonin im Westen ist Radegundis, in Erfurt 520 geboren, gelangte sie nach Frankreich und war Schutzpatronin noch vor Johanna von Orléon.
Diakoninnen geweiht oder nur gesegnet? Nach Hainthaler wurde die Amtseinführung von Diakoninnen und Diakonen ähnlich vollzogen, aber es gab Widerstände.
Erwachsenentaufe von Ex-Muslimen: In Österreichs katholischer Kirche empfingen 2017 750 Erwachsene die Taufe. Von diesen hatten rund 75 % einen muslimischen Hintergrund. Die Taufvorbereitung dauert ein Jahr und gilt als anspruchsvoll. Üblich ist auch die aktive Teilnahme am Pfarrleben, um Scheinkonversionen vorzubeugen.
Verheiratete Priester: Der Pastoraltheologe P. M. Zulehner rechnet mit einer baldigen Öffnung des Priesteramtes für verheiratete Männer. „Ich vermute, dass dies lateinamerikanische Bischöfe auf der Amazonassynode 2019 beschließen werden. Der Papst dürfte ihnen… Rückendeckung geben" ( Interview mit dem „Kurier").
Ähnlich die „ZEIT“: Ihr zufolge prüft Franziskus den Einsatz von „viri probati“ in der Messfeier. Der Amazonas-Bischof E. Kräutler sieht im Einsatz von „erprobten (verheirateten) Männern“ eine Möglichkeit, dem Priestermangel im Amazonasgebiet und in Deutschland entgegenzuwirken (kna).
Umgang mit Priesterkindern: Rom will das klären, so ein Brief der Päpstlichen Kinderschutzkommission vom 24.10. 2017. Aufgegriffen wird der Vorschlag der irischen Bischofskonferenz: Der Priester solle „zu seiner Verantwortung stehen - persönlich, gesetzlich, moralisch und finanziell" (kap und gs).
Russisch-orthodoxe Kirche wächst: Metropolit Hilarion, Außenamtsleiter des Moskauer Patriarchats, sagte in einem Fernseh-Interview von Rossiya-24, dass bei gleicher Tendenz die russische Kirche in 25 Jahren so viele Kirchengebäude hat wie vor der Oktoberrevolution 1917. Seit 1988 wurden drei Kirchen pro Tag geweiht.
Franziskus stoppt Verkauf von Zigaretten im Vatikan: Ab 2018 dürfen im Vatikan keine Zigaretten verkauft werden. Der Papst verzichtet auf 10 Millionen Euro! Franziskus bricht mit einer Tradition: Die meisten von uns bekannten Päpste waren Raucher. Johannes XXIII. qualmte ein Päckchen am Tag, Franziskus nicht, er hat aufgrund einer Krankheit nur einen Lungenflügel (Radio Vatikan und kap).
Seligsprechung von Papst Johannes Paul I.: Franziskus erkennt dem 1978 gewählten und verstorbenen Papst den heroischen Tugendgrad zu - er saß nur 33 Tage auf dem Stuhl Petri – fest steht jetzt, dass der „lächelnde Papst“ an Herzversagen starb. Das beweist das neue Buch der Vize-Postulatorin im Seligsprechungsprozess, St. Falasca. Vorher gab es Spekulationen. Dazu trug bei, dass die Ordensfrauen, die den Toten fanden, das aus Schicklichkeitsgründen nicht sagen sollten - aufgrund einer Weisung des Privatsekretärs des Papstes, dem irischen Priester J. Magee.
Weihnachtsansprache des Hl. Vaters in der Kurie: Franziskus war die Jahre vorher in seinen Weihnachtsansprachen hart mit der Kurie ins Gericht gegangen. Dieses Mal war er moderat. Ein Textpassage zum Thema „Kurienreform“ allerdings ist lesenswert: „Wenn ich von der Reform spreche, kommt mir die (...) bezeichnende Äußerung von Erzbischof Frédéric-François-Xavier De Mérode in den Sinn: ‚In Rom Reformen durchzuführen heißt gleichsam die Sphinx von Ägypten mit einer Zahnbürste zu putzen‘.“
Papstreisen: Beide Reisen des Hl. Vaters, Ende November nach Myanmar und Bangladesch, Mitte Januar nach Chile und Peru, waren die schwierigsten des Hl. Vaters.
Bangladesch war unproblematisch, anders Myanmar: Christen mit weniger als 1% der mehrheitlich buddhistisch geprägten Bevölkerung, werden unterdrückt, allerdings nicht wie die muslimischen Rohingyas. Der Papst hatte oft auf deren Schicksal aufmerksam gemacht, auch namentlich, aber in Myanmar diese Bezeichnung vermieden: Kniefall vor den Mächtigen? Franziskus dazu: „Hätte ich das in einer offiziellen Rede gesagt, hätte ich (...) die Tür vor der Nase zugeschlagen. Also habe ich die Lage beschrieben, (…) um dann in den Privatgesprächen (…) weiter zu gehen, (…) so ist die Botschaft angekommen.“
Ein Nachhall dieser Reise: Zum ersten Mal seit 50 Jahren durften die Christen Weihnachten auf den Straßen der Hauptstadt feiern.
Auch die letzte Reise des Hl. Vaters war schwierig: dieses Mal Chile. Es kam zu Brandangriffen auf katholische Kirchen. Hintergrund: Missbrauchsfälle. Franziskus hatte sich zwar mit Opfern getroffen, aber bei der Papstmesse in Santiago de Chile war J. Barros, der Bischof von Osorna, dabei. Dem wirft man vor, die Missbrauchstaten des Priesters F. Karadima, die Chile am meisten erregen, zu decken. Und noch ein Detail: Mit der Sozialistin Bachelet hat Franziskus in Santiago – so formuliert eine chilenische Zeitung – geradezu „geturtelt“, nicht aber mit dem konservativen Präsidenten Piñera, diese Begegnung fiel eher distanziert aus. Es fällt auf, dass negative Berichte über den Papstbesuch aus konservativen Medien Chiles und Argentiniens stammen. Der Vorsitzende der argentinischen Bischofskonferenz dazu: „Vor diesem Papst haben sie Angst, Angst vor seiner Führungsrolle, seiner Fähigkeit, die Leute für seine Ideen und Figur zu verbünden.“ (kna – mg)
Gut aufgenommen wurde die spontane Trauung von zwei chilenischen Besatzungsmitgliedern eines Flugs von Santiago de Chile nach Iquique durch Franziskus. Zivilrechtlich lange ein Paar, konnten sie kirchlich nicht heiraten, weil ihre Kirche durch ein Erdbeben zerstört war. Franziskus: „Diese (...) Brautleute waren gut vorbereitet, (…) Sakramente sind für die Menschen da. Warum soll man das auf morgen verschieben?“
Aufrüttelndes Atomkriegsfoto: Ende Dezember ließ Franziskus ein Foto mit dem Titel „Die Frucht des Krieges“ verbreiten. Das Foto des amerikanischen Fotografen J. R. O’Donnell, aufgenommen nach Abwurf der Atombombe 1945 auf Nagasaki, unterstreicht eindrucksvoll des Papstes Ziel einer atomwaffenfreien Welt. Die Vatikankorrespondentin A. Preckel dazu: „Die Lippen des vielleicht fünfjährigen Jungen sind blutig gebissen. Er steht starr am Rand eines Feldes, auf dem die Toten verbrannt werden. Er wartet darauf, bis er an der Reihe ist, um seinen toten kleinen Bruder dort abzulegen, den er im Bündel auf dem Rücken trägt.“ (Unbedingt selber im Internet ansehen! Die Kosten für die Fotorechte überschreiten leider unser Budget.)


Hubert Biallowons

Weitere Artikel

Pallottiner 125 Jahre in Deutschland

Ende 2016 feierten die Pallottiner ihr 125jähriges Jubiläum in Deutschland mit einer feierlichen Vesper in Friedberg, wo sich seit 2007 das Zentrum der Provinz in Deutschland und Österreich mit rund 300 Mitgliedern befindet. Die erste Niederlassung in Deutschland wurde 1892 in Limburg eröffnet. Die Türe ins Deutsche Reich öffnete sich mit der Übernahme der Mission in der deutschen Kolonie Kamerun. Der erste deutsche Pallottiner war der Schwarzwälder Ämilian Kirner (1836-87), der in London im Uhrenverkauf tätig war und dort einen der wenigen Gefährten des Gründers Vinzenz Pallotti (1795-1850) kennenlernte.

Familiensynode - die Generalversammlung der Bischofssynode

Unser Lagebericht über die Weltkirche gipfelt in einen Höhepunkt: Die „Familiensynode“ - eigentlich: XIV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode. Weitere bedeutsame Nachrichten werden wir darauf hinordnen. Zuerst sind drei Jubiläen zu nennen: Genau vor 75 Jahren wurde die Gemeinschaft von Taizé gegründet, die bis heute mit ihrer Art der Glaubensvermittlung die Menschen weltweit begeistert. Vor 50 Jahren erreichte ein historischer Brief der polnischen Bischöfe die deutschen Kollegen, um nach dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils den Zwist zwischen den beiden Ländern nach dem zweiten Weltkrieg beizulegen. Die Bischöfe sprangen über ihren Schatten und richteten folgende Worte in ihrem Brief vom 18. November 1965 an die katholische Kirche in Deutschland: „Wir vergeben und bitten um Vergebung“. Und eine weitere Institution der Kirche feiert dieses Jahr ihr 60jähriges Bestehen: Die Telefonseelsorge.

Frauendiakonat, Frauenpredigt und Armenienreise

Wir beginnen mit Amoris Laetitia. Die deutschen Bischöfe reden von einer „Ermutigung zum Leben“. Bisher steht der Kirchenrechtler K. Lüdicke mit der Ansicht alleine, dass ein Geschieden-und Wiederverheirateter selbst entscheiden könne, ob er zur Kommunion gehen dürfe (Münsteraner Bistumszeitung Kirche+Leben).

Neues aus der Weltkirche

Blickt man in diesen Tagen auf die Kirche in Deutschland, dann kann man melancholisch werden. Beginnen wir mit einem traurigen Jubiläum: Vor fünf Jahren kamen die ersten Nachrichten über die sexuellen Missbrauchsfälle in Deutschland ans Licht. Und auch wenn dieser Skandal weitgehend aufgearbeitet ist, die Zahl der Kirchenaustritte steigt.

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