Familiensynode - die Generalversammlung der Bischofssynode

Unser Lagebericht über die Weltkirche gipfelt in einen Höhepunkt: Die „Familiensynode“ - eigentlich: XIV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode. Weitere bedeutsame Nachrichten werden wir darauf hinordnen. Zuerst sind drei Jubiläen zu nennen: Genau vor 75 Jahren wurde die Gemeinschaft von Taizé gegründet, die bis heute mit ihrer Art der Glaubensvermittlung die Menschen weltweit begeistert. Vor 50 Jahren erreichte ein historischer Brief der polnischen Bischöfe die deutschen Kollegen, um nach dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils den Zwist zwischen den beiden Ländern nach dem zweiten Weltkrieg beizulegen. Die Bischöfe sprangen über ihren Schatten und richteten folgende Worte in ihrem Brief vom 18. November 1965 an die katholische Kirche in Deutschland: „Wir vergeben und bitten um Vergebung“. Und eine weitere Institution der Kirche feiert dieses Jahr ihr 60jähriges Bestehen: Die Telefonseelsorge.

 

Weitere Zahlen aus der Weltkirche: 17,68 % der Weltbevölkerung sind katholisch („Stichtag“ 2013). Die Weltbevölkerung stieg um rund zehn Prozent, die Zahl der Katholiken um fast 18 Prozent. Die Zahl der Priester betrug 2013 415.348 (Anstieg knapp über 1000). Bedauerlich der Rückgang von Ordensfrauen - über 10.000 Ordensfrauen weniger bei insgesamt 693.575.
Brennpunkt „Flüchtlinge“: Die Kirchen in der Bundesrepublik haben ihre Hilfe deutlich ausgebaut. Ähnlich Österreich: Die Kirche dort ist „der größte Quartiersgeber“, sagte der Wiener Kardinal Chr. Schönborn im ORF.

Auch der Heilige Vater mischte sich indirekt mit zwei bedeutsamen Reisen in die Weltpolitik ein: Erst reiste er nach Kuba (19.-22.9.), dann in die USA (22.-27.9.). Als erster Papst sprach Franziskus im US-Kongress unter anderem von der Flüchtlingskrise, der Todesstrafe und dem Reizthema „Waffenhandel“. Höhepunkt war der Auftritt vor der UNO mit der Forderung Nuklearwaffen abzuschaffen und die „unangefochtene Herrschaft des Rechts“ weltweit sicherzustellen. Ein sehr interessantes Gespräch führte der Papst im Flugzeug auf dem Rückweg. Zum Thema „Ehenichtigkeitsverfahren“ nannte er ein konkretes Beispiel aus seiner früheren Diözese Buenos Aires. Dort habe er den Priestern geraten, keine Paare zu trauen, die heiraten „müssen“ wegen ungeplanter Schwangerschaft. Das ist keine Freiheit – somit ein Grund für Ehenichtigkeit.
Zum Thema „Ehenichtigkeitsverfahren“ hat Franziskus einen Erlass verfasst. Inkrafttreten: 8.12.15 (Beginn des „Heiligen Jahres der Barmherzigkeit“). Ergebnis: Es geht schneller und kostenlos, sodass auch Arme diese Möglichkeit in Anspruch nehmen können.
Dazu auch einige Zahlen aus der Süddeutschen Zeitung vom 8.9.15: 2013 wurden weltweit 47000 Ehen für nichtig erklärt. In den Vereinigten Staaten wurden 24600 Annullierungen, in Deutschland 740 Ehenichtigkeitsverfahren gezählt.
Auch neu: Mit dem 8.12. beginnend dürfen nicht nur Bischöfe, sondern alle Priester, von der Sünde einer Abtreibung per Beichte lossprechen! Dies erlaubte der Papst für die Zeit des Heiligen Jahres. In Deutschland war dies bereits lange Praxis, da die Bischofskonferenzen der jeweiligen Länder dies erlauben durften.

Der Höhepunkt: Die „Familiensynode“.
Zeitraum: 4.-25.10. Titel: „Die Berufung und Mission der Familie in der Kirche in der modernen Welt“. Die Synodalen waren in Sprachgruppen aufgeteilt. Im Fokus vor allem die Deutschen.
Zentrale Themen: Verhütungsmittel, Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene, vorehelicher Geschlechtsverkehr und Homosexuelle. Themen, die von anderen (z.B. Afrika) abgelehnt wurden.
Man hatte erwartet, dass bei den Deutschsprachigen die „Fetzen fliegen“. Gegenpole sind der konservative Glaubenspräfekt Kardinal Gerhard Ludwig Müller und der Reformer Kardinal Walter Kasper. Kardinal Walter Kasper konnte sich durchsetzen. So schlägt die deutsche Synodengruppe dem Papst nun zur Frage des Kommunionempfangs wiederverheirateter Geschiedener vor: Diese sollen von einem Seelsorger auf der „via paenitentialis“ („Weg der Buße“) begleitet werden und letztlich nach dem eigenen Gewissen entscheiden, ob sie zu die Sakramente empfangen wollen. Das Abschlussdokument der Synode wurde dem Heiligen Vater zur Entscheidung vorgelegt, die möglicherweise im Sommer 2016 fallen könnte.

Die Ergebnisse im Einzelnen (orientiert an P. B. Hagenkord in Radio Vatikan):

1. Teil: Blick auf die Wirklichkeit der Familien – ohne Idealisierungen. Dieser Teil gibt einen allgemeinen Überblick über die Wirklichkeit von Familie in der Welt.
2. Teil: Die Berufung der Familie – Unterscheidung der Geister. Wichtig ist der Ausdruck „Berufung“. – sonst nur für Priester und Ordensleute. Das ist eine deutliche Aufwertung der Familie.
3. Teil: Die missionarische Familie. Eine Familie gründen, heißt an Jesu Sendung teilzunehmen - auch in oft schwierigen Lebensumständen. Darauf müsse eine „differenzierte Pastoral“ antworten. Es gehe um Zuhören, Versöhnung, um Gerechtigkeit im Fall einer gescheiterten Ehe, vor allem für die Kinder. Das Ziel: Überwindung praktizierter Formen des Ausschlusses in Pastoral, Liturgie usw.

Enden wollen wir mit den Eröffnungsworten des deutschen „Bischofsteams“:
„An dieser Stelle war uns ein Bekenntnis wichtig: Im falsch verstandenen Bemühen, die kirchliche Lehre hochzuhalten, kam es in der Pastoral immer wieder zu harten und unbarmherzigen Haltungen, die Leid über Menschen gebracht haben, insbesondere über ledige Mütter und außerehelich geborene Kinder, über Menschen in vorehelichen und nichtehelichen Lebensgemeinschaften, über homosexuelle orientierte Menschen und über Geschiedene und Wiederverheiratete. Als Bischöfe unserer Kirche bitten wir diese Menschen um Verzeihung.“

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