Pallotiner Pater Scharler und Pater Holzbach

Pallottiner 125 Jahre in Deutschland

Ende 2016 feierten die Pallottiner ihr 125jähriges Jubiläum in Deutschland mit einer feierlichen Vesper in Friedberg, wo sich seit 2007 das Zentrum der Provinz in Deutschland und Österreich mit rund 300 Mitgliedern befindet. Die erste Niederlassung in Deutschland wurde 1892 in Limburg eröffnet. Die Türe ins Deutsche Reich öffnete sich mit der Übernahme der Mission in der deutschen Kolonie Kamerun. Der erste deutsche Pallottiner war der Schwarzwälder Ämilian Kirner (1836-87), der in London im Uhrenverkauf tätig war und dort einen der wenigen Gefährten des Gründers Vinzenz Pallotti (1795-1850) kennenlernte.

Der römische Priester, Doktor der Philosophie und der Theologie, war Seelsorger der Studenten, aber auch vieler Menschen aus allen Schichten. Er spürte in der Zeit, in der die großen gesellschaftlichen Aufbrüche das Volk mobilisierten, dass es in der Kirche ein umfassendes „Apostolat“ brauche und die Mithilfe sehr vieler Mitarbeiter in Bildung, Erziehung, sozialer Zuwendung, religiöse Erneuerung und Mission. Im großangelegten „Werk vom Katholischen Apostolat“, das er 1835 für alle Stände und Berufe gründete, sollte die Priester- und Brüdergemeinschaft, als „Societas Apostolatus Catholici“ -Gesellschaft vom Katholischen Apostolat (SAC)“, die inspirierende Rolle einnehmen. Schon bald hatte das Werk über das römische Missionskolleg zahlreiche Mitglieder, selbst in Indien, China und Afrika. Doch dann wurde die Kirche gegen die Gründung misstrauisch. Die Priestergemeinschaft traf es besonders hart. Schon 1854, nur 4 Jahre nach dem Tod Pallottis, musste sie ihren Namen ändern in „Fromme Missionsgesellschaft“, „Pia Societas Missionum“ (PSM). Das große umfassende Apostolat der innerkirchlichen Erneuerung geriet für ein halbes Jahrhundert in den Hintergrund. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erhielten die Pallottiner ihren ursprünglichen Namen zurück und konnten sich mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wieder voll in ihr Apostolat mit den Laien einsetzen.

 

So gingen die Pallottiner zunächst als Missionare in die Geschichte ein. Als Seelsorger der Auswanderer, zunächst aus Italien, dann aus Irland und Deutschland. Ab 1884 in New York, ab 1886 in Südamerika mit Uruguay, Brasilien und Argentinien. Zahlreiche junge Deutsche ließen sich im Missionsseminar Masio bei Turin für die Mission ausbilden. Mit dem Kriegseintritt Italiens gegen Deutschland 1915 war aber dort ein Verbleib nicht mehr möglich. So suchte man nach einem ersten Standort in Süddeutschland und begann in Bruchsal mit dem Aufbau einer zweiten deutschen Provinz und eines Schulzentrums. Beim Generalkapitel 1909 in Rom war nämlich die Aufteilung der Gesellschaft weltweit in vier Provinzen erfolgt: in die Deutsche mit Sitz in Limburg, in die Amerikanische ebenfalls mit deutschen Patres mit Sitz in Brasilien, in die Italienische in Italien und den USA und in die irische Provinz in Irland, England und Argentinien. Von der Limburger Provinz aus erfolgten Gründungen in Polen, der Schweiz, in Österreich, den USA, in Kamerun und Südafrika und in der Tschechoslowakei. Die Amerikanische Provinz nahm den Namen „Herz-Jesu-Provinz" an und verlegte ihren Sitz 1923 von Brasilien nach Bruchsal und 1929 nach Friedberg, von wo aus sie die Missionen in Brasilien, Uruguay und in den USA weiterführte. 1951 begann die große Erfolgsstory der Indienmission, die mit drei Provinzen rund 600 Mitgliedern zählt und derzeit den Generaloberen stellt. Durchgangsstationen waren in Friedberg 1929-37 das „Metzgersgut“ an der Aichacher Straße, wo sich jetzt Hallenbad und Schule befinden, 1937-49 Herrgottsruh, dann der jetzige Standort, an der 1942 in Brandenburg wegen Befehlsverweigerung zum Kriegsdienst hingerichtet wurde.

 

Über Jahrzehnte waren die Pallottiner von Friedberg aus stark in der Region tätig: in Hochzoll-Zwölf-Apostel, Kissing, Obergriesbach, Dasing, Laimering und Rieden. Jung-Patres, die am Pastoralinstitut in Friedberg in die Pfarrseelsorge eingeführt wurden, halfen auch in Mering über viele Jahre mit. Seit 2011 als pastoraler Mitarbeiter P. Wilfried Kunz. Heute noch betreuen die Pallottiner in Friedberg St. Jakob und die Wallfahrtskirche Herrgottsruh, seit Jahren auch Althegnenberg. Zur pallottinischen Familie gehören auch seit 1968 die Theresienschwestern in Mering, die bei ihrem Mutterhaus das Altenheim St. Theresia aufgebaut haben, das jetzt vom Caritasverband weitergeführt wird. Zu den besonderen Apostolats-Feldern zählten die Zirkus- und Schaustellerseelsorge von P. Heinz-Peter Schönig und die Einsätze in der Volksmission, der Camping- und der Kurseelsorge. Dazu kamen Aufgaben in der Seelsorge bei Bundeswehr und Bundesgrenzschutz. Die Zeitschrift „Katholisches Apostolat /Das Zeichen“ findet auch in Mering interessierte Leser und liegt am Schriftenstand auf. Die Herz-Jesu-Provinz mit Sitz in Friedberg ist weltweit tätig in Kroatien, Spanien, Südtirol, Südafrika, Malawi und Nigeria. Nach wie vor ist sie verbunden mit den Provinzen/Regionen in Brasilien, Uruguay, Indien und Kamerun.

 

 

 

P. Wilfried Kunz

11.1.2018

 

 

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