Die Geheimnisse um Fatima

Alles beginnt am 13. Mai 1917 nahe des kleinen portugisischen Ortes Fatima. Drei Hirtenkinder weiden ihr Vieh als ihnen die Gottesmutter Maria erscheint und sie anweist, den Rosenkranz für den Frieden der Welt zu beten. Sechs Monate lang soll sie danach immer am 13. eines Monats erschienen sein.


Sie brachte den Kindern Botschaften, die heute als die "Geheimnisse von Fatima" bekannt sind. Die Erscheinungen endeten am 13. Oktober 1917 mit einem furiosen Sonnenphänomen, das zehntausende Schaulustige mit ansehen. Heute ist Fatima einer der berühmtesten Wallfahrtsorte der Welt. Millionen von Pilgern kommen jedes Jahr, um vor der Marienstatue zu beten und Buße zu tun.
Fatima - Der berühmte Wallfahrtsort
Fatima, ein kleiner portugiesischer Ort etwa 130 Kilometer nördlich von Lissabon gelegen, ist einer der meistbesuchten Wallfahrtsorte der Welt. Im Jahr 1917 soll hier die Gottesmutter Maria drei Hirtenkindern erschienen sein. Die Heilige Jungfrau kam ein halbes Jahr lang, immer am 13. eines Monats, und enthüllte den "Sehern" drei Geheimnisse - Prophezeiungen, die sich auf die Zukunft Europas und der Kirche bezogen. Im Jahr 1930 wurde das Phänomen kirchlich anerkannt. Jahre vor seinem Amtsantritt als Papst schrieb Joseph Ratzinger in einem Komentar, die Visionen seien "keine Frage einer normalen äußeren Sinneswahrnehmung", aber auch nicht bloß fromme Einbildung: Die Seele der Seher werde "von etwas Realem berührt, auch wenn es jenseits der Sinne liegt".
Pilger - Die Bitte um Vergebung

Ein Pilger nähert sich Fatima auf Knien.
Bildquelle: KNA
Seit mehr als 90 Jahren pilgern Gläubige in Scharen nach Fatima. Die Zahlen variieren: mal ist von einigen hunderttausend, mal von drei Millionen pro Jahr die Rede. Viele nähern sich auf Knien der Basilika, bei Regen ebenso, wie wenn die Sonne vom Himmel brennt. Egal ob alt oder jung, gesund oder von Krankheit gezeichnet. Sie tun Buße und bitten um Vergebung. Denn anders als etwa im französischen Wallfahrtsort Lourdes, steht in Fatima die Sühne noch vor der Krankenheilung. Grund ist sicherlich eine Höllenvision. Die Gottesmutter zeigte den Kindern schwarze Seelen in einem Feuermeer, gepeinigt von Teufeln in Tiergestalt.
Hirtenkinder - Die Seher von Fatima
Sie hießen Jacinta und Francisco Marto und Lucia dos Santos und waren zum Zeitpunkt der Marienerscheinung 7, 9 und 10 Jahre alt. Sie wuchsen in der abgeschiedenen, steinigen Hochebene Mittelportugals auf. Die Kinder waren traditionell fromm erzogen, lebten aber in einem kirchenfeindlichen Regime, das Feiertage abschaffte und kirchliche Einrichtungen und Orden schloss. Die Geschwister Francisco und Jacinta starben bereits 1919 und 1920 bei Grippe-Epidemien. Ihre Cousine Lucia trat ein Jahr später ins Kloster ein. Die Ordensfrau starb im hohen Alter von 97 Jahren.
Marienerscheinung - Der 13. Mai

Marienstatue im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima.
Bildquelle: E. Reveles/Fotolia.com
Die drei Hirtenkinder weiden Schafe nahe ihres Dorfes, als ihnen an einer Steineiche die Gottesmutter Maria als weiß gekleidete Frau erscheint. Sie spricht zu ihnen und fordert sie auf, den Rosenkranz zu beten. Es ist der 13. Mai 1917. Fortan wiederholt sich das Ereignis an jedem 13. der darauf folgenden Monate bis zum 13. Oktober. Am 13. Juli spricht Maria Prophezeiungen aus, die als "Geheimnisse von Fatima" bekannt werden. Die Erlebnisse der Kinder sprechen sich herum und werden auch von Medien aufgegriffen. Am 13. Oktober kommen wahre Menschenmassen an der Steineiche zusammen. Sie beobachten ein bis heute wissenschaftlich nicht erklärtes Sonnenwunder.
Prophezeiung - Die drei Geheimnisse
Die drei Prophezeiungen der Mutter Gottes sind als "Geheimnisse von Fatima" bekannt geworden. Beim ersten Mal sagt Maria einen weiteren Krieg nach dem Ende des ersten Weltkrieges voraus. In apokalyptischen Bildern sehen die Kinder eine Vision der Hölle. Die zweite Weissagung bezieht sich auf die Bekehrung des kommunistischen Russlands. Das sagenumwobene dritte Geheimnis wird erst 83 Jahre später vom Vatikan veröffentlicht, es ist die Prophezeiung eines weißen Bischofs, der von Kugeln getroffen zusammenbricht. Eine Vorhersage des Attentats auf Papst Johannes Paul II. im Jahr 1981?
Sonnenwunder - Zehntausende Zeugen

Ausschnitt einer Seite aus „Ilustração Portuguesa“ vom 29. Oktober 1917. Die Menge betrachtet das Sonnenwunder während der Fatima-Erscheinung.
Bildquelle: Gemeinfrei
Am 13. Oktober 1917 finden sich mehrere zehntausend Menschen bei Fatima ein, um die Erscheinung der Mutter Gottes zu sehen. Darunter sind Gläubige, aber auch spottende junge Leute, skeptische Medienvertreter, abgeklärte Naturwissenschaftler und Neugierige, die auf eine Sensation hoffen. Und die Sensation kommt - glaubt man den unabhängigen Berichten aller im Nachhinein befragten Zeugen. Übereinstimmend berichten Menschen, die vor Ort waren, aber auch andere, die einige Kilometer entfernt lebten von einem Sonnenphänomen, das wissenschaftlich bis heute nicht erklärt werden kann. Von einer blassen kreiselnden Sonne ist die Rede, die bunte Farben ausstrahlte und sich im Zickzackkurs der Erde nähert. Die von einem vorausgegangenen Regenguss durchnässten Kleider der Zuschauer trocknen von einem Augenblick auf den anderen.
Basilika - Seit 1953
Im April 1919 beginnt der Bau einer Kapelle im Cova da Iria - Tal des Friedens - dem Schauplatz der Marienerscheinungen. Die erste Messe wird dort 1921 abgehalten. Noch heute befindet sich vor dem Kirchlein die Statue der Muttergottes. Zu ihren Füßen beten die Pilger. Erst am 11. Jahrestag feiert der von Bischof von Leiria dort einen Gottesdienst zur Einweihung eines Kreuzweges. Ein Jahr später wird der Grundstein für die große Basilika gelegt, die am 7. Oktober 1953 geweiht wird. Ein Gemälde über dem Hochaltar zeigt die Szene der Marienerscheinung. Hier befinden sich auch die Gräber der beiden früh verstorbenen Seherkinder Jacinta und Francisco.
Papstattentat - Schüsse auf dem Petersplatz

Attentat auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 durch den türkischen Terroristen Mehmet Ali Agca. Der Papst sinkt nach den Schüssen im Papamobil zusammen.
Bildquelle: KNA
Der 13. Mai 1981 - Jahrestag der Marienerscheinung in Fatima - soll das Leben von Papst Johannes II. für immer verändern. Es ist 17 Uhr nachmittags - etwa 30.000 Gläubige sind zur General-Audienz gekommen. Der Papst fährt im offenen Jeep über den Petersplatz. Er winkt und segnet die Menschen als er plötzlich in sich zusammensackt. Getroffen von Kugeln, die der türkische Terrorist Ali Agca auf ihn abgefeuert hatte. Der Papst ist lebensgefährlich verletzt, ein Bauchschuss hat schwere innere Blutungen verursacht. Der Papst überlebt, soll aber nie wieder ganz gesund werden. Seine Rettung schreibt der mariengläubige Pontifex der in Fatima erschienenen Mutter Gottes zu. Johannes Paul II. kennt zu dieser Zeit bereits das dritte Geheimnis und die Prophezeiung eines Anschlags auf einen "weißgekleideten Bischof". Die Öffentlichkeit erfährt davon erst zwei Jahrzehnte später.
Wallfahrt - Der Papst in Fatima
Genau ein Jahr nach dem Attentat pilgert Papst Johannes Paul II. nach Fatima. Er betet vor der Statue Unserer Lieben Frau und lässt eine der drei Gewehrkugeln in die Krone der Maria einsetzen. Dort ist sie bis heute. Er trifft auf die Seherin Lucia dos Santos. Mit ihr verbindet ihn bis zu ihrem Tod eine enge Freundschaft. Anlässlich des 25. Gedenktags des Papst-Attentats am 13. Mai 2006 wird die Marien-Statue nach Rom gebracht und dort per Helikopter in der Engelsburg abgesetzt. In einer feierlichen Prozession trägt man sie an rund 20.000 Gläubigen vorbei zum Petersplatz, wo Kinder 1.000 gelbe und blaue Luftballons fliegen lassen.
Seligsprechung - Francisco und Jacinta

Im Cova da Iria erlebten am 13. Mai 1917 die drei Hirtenkinder die erste von mehreren Erscheinungen.
Bildquelle: KNA
Bei seiner dritten Reise nach Fatima im Jahr 2000 spricht Papst Johannes Paul II. die beiden Seherkinder Francisco und Jacinta Marto selig. Einen Monat später veröffentlicht der Vatikan auf Bitten des Papstes das dritte bis dahin unter Verschluss gehaltene Geheimnis der Fatima. Die Seherin Lucia dos Santos hatte den Text im Jahr 1944 geschrieben und darum gebeten, das Geheimnis nicht vor 1960 bekannt zu geben. Bei Ablauf dieser Sperrfrist hatte sich der damalige Papst Johannes XXIII. noch gegen eine Veröffentlichung entschieden.
Trauer - Die letzte Seherin stirbt
Am 13. Februar 2005 stirbt Lucia dos Santos im Alter von 97 Jahren in ihrem Kloster in Coimra (Portugal). Als einzige überlebende Zeugin der Marienerscheinung war sie eine der bekanntesten Seherinnen des 20 Jahrhunderts und einzige Überbringerin der Weissagungen der Mutter Gottes. Ministerpräsident Pedro Santana Lopes ordnet eine landesweite Staatstrauer an. In einem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) spricht der Kölner Erzbischof Joachim Meisner über die Karmeliterin: "Schwester Lucia war eine nüchterne Frau. Ich begegnete ihr erstmals in ihrem Kloster, als ich dort für den Konvent die Messe feierte. Sie war dort Ökonomin, zuständig für die ganze Wirtschaft, für die Kartoffelvorräte genauso wie für die Wasserleitungen und ähnliches. Von den Marienerscheinungen redete sie nur, wenn man sie dazu drängte."
Dreifaltigkeitskirche - Der 90. Jahrestag
500.000 Menschen aus mehr als 25. Staaten kommen am 13. Oktober 2007 in Fatima zusammen, um den Jahrestag der letzten Marienerscheinung zu feiern. Als Vertreter Papst Benedikts XVI. feiert Kurienkardinal Angelo Sodano die Messe mit den Gläubigen in der imposanten Dreifaltigkeitskirche, die der Basilika gegenüber steht und die am Vortag geweiht worden ist. Das vom griechischen Architekten Alexandros Tombazis entworfene Gotteshaus zählt zu den größten Kirchen weltweit. Der Rundbau hat einen Durchmesser von 125 Metern, etwa bietet rund 9000 Menschen platz und hat rund 70 Millionen Euro gekostet.
Von Janina Mogendorf
© katholisch.de

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