Endlich Ruhe! - Alles Gute, Benedikt!

Es scheint so, als musste Benedikt XVI. erst zurücktreten, um seinen Geburtstag endlich wieder so feiern zu können, wie er es eigentlich immer wollte: nämlich gar nicht oder zumindest ohne viel Aufhebens, in aller Stille. So begeht er an diesem Dienstag seinen 86. Geburtstag, den ersten als "emeritierter Papst", 47 Tage nach seinem überraschenden Rücktritt am 28. Februar.

 

Heerscharen bayerischer Trachtler und politischer Prominenz aus dem Freistaat werden dieses Mal nicht erwartet. Der einzige Gast ist Georg Ratzinger, der zu seinem Bruder in die päpstliche Sommerresidenz nach Castel Gandolfo gereist ist. So viel Zeit dürften die beiden schon lange nicht mehr an einem Geburtstag ungestört miteinander verbracht haben.

Es klingt nach einem Tag wie jeder andere: Benedikt XVI. werde mit seinem Bruder morgens eine Messe feiern, dann gebe es Frühstück und man werde ihm gratulieren, heißt es. Auch Erzbischof Georg Gänswein, der ihm weiterhin als Sekretär dient, und die Schwestern der geistlichen Gemeinschaft "Memores Domini" gehören zur Geburtstagsgesellschaft.

Sichtlich geschwächt und rasch gealtert

Zuletzt wirkte Benedikt XVI. sichtlich geschwächt und rasch gealtert. Die Bilder des vatikanischen Fernsehens von seiner Begegnung mit Papst Franziskus vor drei Wochen nährten Spekulationen über seinen Gesundheitszustand. Einige Beobachter stellten Mutmaßungen über eine ernsthafte Erkrankung des emeritierten Papstes an. Die spanische Journalistin Paloma Gomez Borrero spekulierte, der Papst habe "irgendeine sehr schwere Krankheit" und werde nicht mehr lange leben.

Andere wollen von Erinnerungslücken gehört haben, die schon in den letzten Monaten seiner Amtszeit zutage getreten sein sollen, als er Bischöfe nicht mehr erkannt habe. Belege gibt es für solche Spekulationen freilich nicht. Fest steht zumindest, dass auch ein zurückgetretener Papst die Vorstellungskraft beflügeln kann.

Keine Party

Nach seinem Rücktritt war es schon bald still geworden um Benedikt XVI. Der Vatikan teilte mit, dass der emeritierte Papst jetzt Bücher lese, spazieren gehe und bete. Unterdessen schaute alle Welt beinahe verzückt auf seinen Nachfolger Franziskus, der vieles so anders machte als sein Vorgänger, jedoch schon bei seinem ersten Auftritt keinen Zweifel an seiner großen Wertschätzung Benedikts XVI. gelassen hatte. Aufmerksam wurde registriert, dass seine Worte über den Vorgänger viel warmherziger klangen, als die dürren und formelhaften Zeilen, die das Kardinalskollegium vor dem Konklave an den zurückgetreten Papst gesandt hatte. Unterdessen ist Benedikt XVI. in diesen Tagen immer noch mit den unzähligen Briefen beschäftigt, die er zu seinem Rücktritt erhielt. Es sind so viele, dass aushilfsweise ein Diakon der geistlichen Gemeinschaft "Das Werk" aus Deutschland bei der Erledigung der Korrespondenz behilflich ist. Denn Gänswein muss als Präfekt des Päpstlichen Hauses schließlich auch Papst Franziskus im Vatikan zu Diensten stehen.

Und im Vatikan selbst? Eine Geburtstagsparty gibt es erwartungsgemäß nicht. Möglicherweise greift Papst Franziskus jedoch wieder zum Telefonhörer, um seinem Vorgänger zu gratulieren. Das hatte er schon zum Namenstag gemacht. In der deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl wird am Geburtstag ein Porträt von Benedikt XVI. enthüllt, dass der Maler Michael Triegel geschaffen hat, einer der führenden deutschen Künstler der Gegenwart.

Lichterprozession zur Taufkirche

Der Unterschied zum letzten Geburtstag als Papst könnte größer kaum sein: Damals machten Benedikt XVI. zur Vollendung seines 85. Lebensjahres alle sieben bayerischen Diözesanbischöfe und Kardinal Friedrich Wetter samt dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und großem Tross die Aufwartung. Auch Trachtengruppe und Schuhplattler durften da nicht fehlen. Das Ganze sei dem Papst regelrecht "aufgedrängt" worden, heißt es. Denn im Hause Ratzinger feiert man eigentlich den Namenstag groß und den Geburtstag klein.

Rücktritt hin oder her: In Marktl am Inn wird auch der 86. Geburtstag des früheren Papstes gefeiert: Um 4.15 Uhr, dem Zeitpunkt, zu dem Joseph Ratzinger am 16. April 1927 das Licht der Welt erblickte, soll eine Lichterprozession von dessen Geburtshaus zu der Kirche ziehen, in der er kurz nach der Geburt getauft wurde.

Von Thomas Jansen (KNA)

© KNA

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