Ich mache das nicht, um Gott zu gefallen

Michl: Moritz, du hast vor einem Jahr dein Abitur gemacht. Was sind jetzt deine Pläne?

Ja genau, ich habe letztes Jahr am Rudolf-Diesel-Gymnasium mein Abitur gemacht und seit dem 1. Oktober mache ich eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger im Klinikum Augsburg.

Wenn du nicht gerade in der Arbeit bist oder die Messen begleitest, was machst du denn dann so in deiner Freizeit?

In meiner Freizeit spiele ich Keyboard und Klavier und gehe gerne zum Stockschießen.
Also bist du ein passionierter Musiker. Was findest du denn so besonders daran?
Am Musikspielen fasziniert mich, dass man immer neue schwierigere oder schönere Stücke spielen kann und es viele Richtungen gibt, die man ausprobieren kann.
Und wie bist du zum Orgelspielen im Agnesheim gekommen?
Zuerst einmal habe ich das Instrument der Orgel über das Altenheim gelernt. Ich spiele Orgel, seitdem ich beim Seniorenzentrum St. Agnes angefangen habe und eine Einweisung von Herrn Löscher, dem Organisten des Theresienheims, bekommen habe. Frau Prassek, eine ehrenamtliche Helferin bei der Messe, hat meine Klavierlehrerin Frau Sczesny gefragt, ob sie denn jemand hätte, der gerne während der Messe die Lieder spielt. Als ich gefragt wurde, ob ich Lust hätte, habe ich mir die Messe einmal angeschaut und dann zugesagt. Seit Dezember 2013 habe ich dann fest im Agnesheim angefangen.
Wieso machst du das denn?
Zum einen macht es mir selbst Freude, die Lieder zu spielen, zum anderen sehe ich, wie sich die Leute darüber freuen, wenn Musik gespielt wird, die sie kennen. Jedes Mal, wenn ich sehe, dass sich die Leute freuen, freue ich mich auch und weiß, dass es eine gute Sache ist, sich sozial zu engagieren. Die alten Menschen freuen sich, wenn ich zum Spielen komme und sind sehr dankbar dafür.
Das Orgelspiel wird ja immer mit Bezug zu Gottesdiensten gesehen und damit in Beziehung mit Gott gesetzt. Würdest du dich als ein gläubigen Menschen bezeichnen?
Ich würde mich schon als gläubigen Menschen bezeichnen. Auch wenn ich nicht jeden Tag bete, so glaube ich schon, dass es Gott gibt und bedanke mich bei ihm oder trage meine Bitten und Sorgen vor ihn. Ich denke, es hat sich auch dadurch entwickelt, dass ich die Möglichkeit habe, bei den Messen zu spielen und die Lesungen und Evangelien zu hören. Außerdem bin ich seit kurzem beim Jugendgebetskreis, bei dem wir über die jeweilige Evangelientextstelle reden, beten und gemeinsam essen.
Dann ist das Orgelspielen für dich ein besonderer Ort der Gottesbegegnung?
Ich mache das nicht, um Gott zu gefallen oder mir irgendwelche Vorteile verschaffen zu wollen. Aber ich finde es sehr schön, dass ich bei meinem Engagement Gott nahe sein kann.
Zum Abschluss: Gibt es deinerseits eine Botschaft, die du an so junge Menschen wie dich weitergeben möchtest?
Ich wünsche mir von der Jugend, dass sie respektvoll miteinander umgehen, niemanden ausgrenzen, der anders ist oder sich seiner Religion bekennt. Auch im digitalen Zeitalter wäre es schön, wenn sich noch mehr Kinder und Jugendliche sozial engagieren, auch wenn es schon viele tun.

Moritz, vielen Dank für das Interview!

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