bla

Und was war Thema im Bibelkurs?

Im Oktober haben wir unseren Bibelkurs mit Pfarrer Dr. Florian Markter fortgesetzt. Thema waren die Vätergeschichte von Abraham über Isaak und Jakob bis hin zu Josef. Bei allen vier Persönlichkeiten zieht sich eine Gewissheit wie ein roter Faden durch ihre Lebensgeschichten: Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade

Uns begegneten keine perfekten Glaubenshelden, sondern Menschen mit Stärken und Schwächen, mit Ängsten, Fehlern und Konflikten. Gerade an ihren Geschichten wurde deutlich: Gott bleibt seinen Menschen treu und kann auch auf krummen Zeilen gerade schreiben.

Abraham vertraut Gottes Verheißung und macht sich auf den Weg in ein unbekanntes Land. Doch als eine Hungersnot ihn nach Ägypten führt, bekommt er Angst um sein Leben und gibt seine Frau Sara als seine Schwester aus (Gen 12,10–20). Trotz dieses zweifelhaften Verhaltens hält Gott an seiner Verheißung fest. Abraham musste 25 Jahre auf die Erfüllung der Verheißung warten: erst danach wurde ihm der langersehnte Sohn Isaak geschenkt. Abrahams Geschichte zeigt: Glaube bedeutet nicht, immer alles richtig zu machen, sondern sich trotz aller Zweifel von Gott auf den Weg des Heils rufen zu lassen.

Isaak erlebt, wie sich Gottes Verheißung in seiner Familie fortsetzt. Doch auch bei ihm gibt es schwierige Entscheidungen. Wie schon sein Vater Abraham gibt er seine Frau Rebekka als seine Schwester aus, weil er um sein Leben fürchtet (Gen 26,6–11). Später bevorzugt er seinen Sohn Esau, während Rebekka Jakob unterstützt. Die Familie verstrickt sich in Täuschung und Streit (Gen 27). Dennoch lässt Gott seine Zusage nicht scheitern. Seine Treue hängt nicht davon ab, dass Menschen frei von Fehlern sind.

Jakob macht seinem Namen als listiger und trickreicher Mensch zunächst alle Ehre: Er erschleicht sich das Erstgeburtsrecht seines Bruders Esau und erschleicht sich mit Unterstützung seiner Mutter auch den väterlichen Segen (Gen 25,29–34; Gen 27). Daraufhin muss er fliehen. Auf der Flucht begegnet ihm Gott im Traum von der Himmelsleiter und verspricht ihm seine Begleitung (Gen 28,10–22). Jahre später muss Jakob selbst erfahren, wie es ist, betrogen zu werden, als sein Onkel Laban ihn bei der Heirat täuscht (Gen 29,21–27). Am Jabbok ringt Jakob schließlich mit Gott und erhält einen neuen Namen: Israel (Gen 32,23–33). Seine Geschichte erzählt davon, dass Gott Menschen nicht auf ihre Vergangenheit festlegt, sondern sie verwandeln kann.

Josef, Jakobs Sohn, erlebt besonders schmerzhaft, wie menschliche Schuld und Gottes Wirken ineinandergreifen. Von seinen Brüdern beneidet, wird er in eine Zisterne geworfen und als Sklave nach Ägypten verkauft (Gen 37). Dort wird er zu Unrecht beschuldigt und ins Gefängnis geworfen, bevor sich ihm schließlich ein Weg an den ägyptischen Hof eröffnet. Als eine Hungersnot seine Familie nach Ägypten führt, begegnet er seinen Brüdern wieder. Statt sich zu rächen, vergibt er ihnen. Rückblickend erkennt er Gottes Wirken in seiner leidvollen Geschichte: „Ihr habt Böses gegen mich im Sinn gehabt, Gott aber hatte dabei Gutes im Sinn“ (Gen 50,20). Aus dem Unrecht entsteht so eine Möglichkeit zur Rettung vieler Menschen.

Die vier Lebensgeschichten haben uns gezeigt: Gottes Wege sind nicht immer gerade und oft erst im Rückblick zu erkennen. Menschen machen Fehler, verletzen einander und müssen mit den Folgen ihrer Entscheidungen leben. Doch Gott gibt seine Menschen nicht auf. Er kann aus Schuld Versöhnung wachsen lassen, aus Krisen neue Wege eröffnen und selbst aus leidvollen Erfahrungen Gutes entstehen lassen.

Das ist wichtig für unseren Alltag: Wir müssen nicht perfekt sein, um von Gott angenommen zu werden. Wir dürfen mit unseren Brüchen und Umwegen auf ihn vertrauen. Denn Gottes Treue ist größer als unsere Fehler – und er kann auch auf krummen Zeilen gerade schreiben.

Nur müssen wir ihn auch schreiben lassen. Schuld, Leid, Angst, Zweifel und das Vertrauen in die eigene Stärke hindern uns manchmal daran, uns für Gott zu öffnen. Die Väter haben uns gezeigt, dass gerade in solchen Situationen Gott besonders nahe und erfahrbar ist. „Vertrauen statt verbittern“ fasst diese Haltung der Väter gut zusammen.

In den kommenden Bibelkursen schauen wir uns etwas genauer die Mose-Erzählung und König David an.

Zum Bibelkurs können Sie jederzeit ohne Voranmeldung dazukommen. Er besteht aus einem Vortrag unseres Pfarrers, der jederzeit durch Fragen oder Diskussion unterbrochen werden kann. Am besten bringen Sie eine Bibel mit, um die Texte gut mitverfolgen zu können.

Ort: Michaelsstube im Papst-Johannes Haus, Meringerzeller Str. 2 in 86415 Mering

Zeit:19.30 Uhr bis 21.00 Uhr

Daten 2026/27: 11.12./15.01./19.02./09.04./14.05./11.06./16.07.

Pfarrer Dr. Florian Markter

KONTAKT

Katholisches Pfarramt
St. Michael Mering

Herzog-Wilhelm-Straße 5
86415 Mering

Telefon +49 (0)8233-74250
pfarramt@mitten-in-mering.de

Öffnungszeiten:
Montag: 9 - 12 Uhr
Dienstag: 9 - 12 Uhr
Donnerstag: 9 - 12 Uhr und 14 - 18 Uhr
Freitag: 9 - 12 Uhr

SPENDENKONTEN

St. Michael Mering:
Inh: Katholische Kirchenstiftung St. Michael 
Raiba Kissing-Mering
IBAN: DE08 7206 9155 0000 1264 11
BIC: GENODEF1MRI

St. Johannes Meringerzell:
Raiba Kissing-Mering
IBAN: DE35 7206 9155 0000 1076 89
BIC: GENODEF1MRI

Mariä-Himmelfahrt St.Afra:
Stadtsparkasse Augsburg
IBAN: DE64 7205 0000 0000 3602 63
BIC: AUGSDE77XXX