Mehr als ein Berater

Kurz vor der Pfarrgemeinderatswahl ist es natürlich interessant zu wissen, wie die letzte Legislaturperiode verlaufen ist. Wer könnte da einen besseren Überblick haben als die Vorsitzende Ulrike Kieninger. Das Interview bietet interessante Einblicke in die Arbeit einer Pfarrgemeinderatsvorsitzenden und zieht Bilanz von den letzten Jahre.

Michl: Ulrike, wie bist du denn selbst zum Pfarrgemeinderatsmitglied geworden?

Ulrike Kieninger: Ich bin gewählt worden! Aber Spaß beiseite: Diakon Zanini hatte meinen Mann und mich angesprochen, ob wir uns vorstellen könnten, für den Pfarrgemeinderat zu kandidieren, als Pfarrer Schaufler noch hier war. Mein Mann war damals schon Lektor, deshalb habe ich kandidiert und wurde prompt gewählt. Dadurch bin ich jetzt seit 2010 Mitglied im Pfarrgemeinderat.

Bald stehen neue Wahlen an und es werden sicherlich auch neue Mitglieder in den Pfarrgemeinderat kommen. Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sollte man denn als Pfarrgemeinderatsmitglied mitbringen?

Neue Mitglieder wird es auf alle Fälle geben, da einige der aktuell Aktiven nicht mehr kandidieren werden. Eigentlich braucht es keine besonderen Fähigkeiten, wir möchten ja eine bunte Mischung an Charakteren haben, mit unterschiedlichen Begabungen und Eigenschaften. Genau so bunt wie eben auch unsere Pfarrei ist! Die Bereitschaft Zeit zu investieren, mit anzupacken, wo Not am Mann ist, und etwas verändern zu wollen, ist aber sicher nicht verkehrt.

Oft wird der Pfarrgemeinderat ja eher als Beraterorgan ohne große Entscheidungsbefugnis angesehen. Dafür gibt es schließlich die Kirchenverwaltung. Worin siehst du denn die Hauptaufgaben des Pfarrgemeinderates?

Die Aufgaben des Pfarrgemeinderates (PGR) sind im Wesentlichen in der Diözesanordnung festgelegt, an die alle Pfarreien gebunden sind. In der Tat ist hier vermerkt, dass es sich beim PGR um ein Organ zur Beratung pastoraler Fragen handelt, das unter der Gesamtverantwortung des Pfarrers arbeitet. Hauptsächlich koordiniert der PGR die Laiendienste innerhalb der Gemeinde und fördert die apostolische Tätigkeit der Pfarrgemeinde. Der PGR soll eine lebendige Seelsorge in den Bereichen Liturgie, Verkündigung und Diakonie schaffen. Wir übernehmen das Schnittstellenmanagement in der Zusammenarbeit mit Senioren, Familien, Jugend sowie Kindern, bringen die Öffentlichkeitsarbeit voran und organisieren Feierlichkeiten.

War es für dich selbstverständlich dich zur Vorsitzenden wählen zu lassen?

Ja, wir brauchten einen Nachfolger für Anneliese Herter, die nach vier Jahren das Amt abgeben wollte. Durch meine berufliche Prägung als Juristin und Mutter hatte ich wahrscheinlich eine niedrigere „Hemmschwelle“, mir den Vorsitz eines Gremiums zuzutrauen. Reden und Organisieren sind schließlich mein Tagesgeschäft.

Welche Aufgaben übernimmt man als Vorsitzende in dieser Runde?

Der oder die Vorsitzende leitet die Sitzung, bereitet die Themen/Tagesordnung zusammen mit Pfarrer und Stellvertreter vor und lädt zu den Sitzungen ein. Darüber hinaus vertritt man immer wieder den PGR nach außen, begrüßt Gäste, die die Pfarrei besuchen, spricht Grußworte und schaut ganz allgemein, ob alles „läuft“.

Jetzt bist du ja selbst lange Jahre berufstätig gewesen, bist Mutter von fünf Kindern und hast bestimmt zu Hause auch noch einiges zu tun. Passt da denn so ein umfangreicher Laiendienst?

Mein Mann ist Lektor, somit selbst im Laiendienst tätig und jederzeit einsatzbereit und die Kinder versorgen sich natürlich gegenseitig, der Haushalt macht sich von allein und ein bisschen zaubern hat noch immer geholfen! Nein, ich bin gerne bereit mich, für die Gemeinschaft zu engagieren, die mir am meisten am Herzen liegt. Ich habe das zu Hause bei meinen Eltern so kennengelernt und ich habe auch in meiner Heimatpfarrei und später in der Studentengemeinde immer wieder ehrenamtliche Tätigkeiten übernommen. Und es ist gerade als nicht erwerbstätige Mutter schön einen nicht kindbezogenen Bereich zu haben.

Man bekommt als Pfarreimitglied viele Dinge bestimmt gar nicht mit, was so im Hintergrund abläuft. Funktioniert das alles immer so? Uns würde interessieren, wie sich die Zusammenarbeit in der Pfarrei gestaltet?

Da sich alle hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter ganz gut kennen, läuft eigentlich alles ganz reibungslos ab. Wenn es einmal kleinere Schwierigkeiten gab, ließen sie sich immer gut bewältigen. Katastrophen sind jedenfalls keine passiert!

Bist du schon auf deine Arbeit in der Pfarrei angesprochen worden? Was sagen denn die Meringer?

Die größte Überraschung, die ich erlebt habe, war, dass mich tatsächlich Leute auf der Straße gegrüßt haben, die ich gar nicht kannte! Offensichtlich wird man doch ein bisschen bekannter als Vorsitzende.....Es passiert auch immer wieder, dass Gemeindemitglieder mit Anliegen an mich herantreten. Das ist sehr schön, so können wir im PGR das aufgreifen, was den Menschen wirklich am Herzen liegt. Ein Thema ist immer wieder die Vision 2025, darauf werde ich häufiger angesprochen.

In den letzten vier Jahren hast du sicherlich einiges im und mit dem Pfarrgemeinderat erlebt. Wie würdest du rückblickend deine Bilanz ziehen?

Ich habe sehr viel selbst dazugelernt und ich habe die Pfarrei besser kennengelernt! Natürlich erlebt man auch Höhen und Tiefen, aber ich kann sagen, dass ich das Amt gerne ausgeübt habe. Ich hatte nicht damit gerechnet, so viele Feiern auszurichten oder gar den apostolischen Nuntius und einen Kardinal hier zu begrüßen. Das war schon eine besondere Aufgabe!

Gab es für dich ein Highlight, auf das du besonders stolz bist?

Eine große Freude war natürlich die Wiedereröffnung unserer Pfarrkirche, aber die Renovierung wurde ja ausschließlich von der Kirchenverwaltung verantwortet. Als Pfarrgemeinderat haben wir nur ein bisschen geholfen, Spenden zu sammeln. Wirklich stolz bin ich darauf, dass es nun den „Michel“ und das Sonntagscafe gibt.

Das freut uns natürlich besonders zu hören. Kannst du uns schon verraten, ob bald noch irgendwelche Projekte anstehen, die dir als Vorsitzende besonders am Herzen liegen?

Ganz konkrete Projekte fallen mir im Moment nicht ein. In der nächsten Zeit stehen erst einmal die Visitation und der Fernsehgottesdienst an. Ein großes Anliegen ist mir nach wie vor, Kindern und Jugendlichen eine wirkliche geistliche Heimat in unserer Pfarrei zu bieten. Das ist sicher weiterhin eine der wichtigsten Herausforderungen.

 

Vielen Dank für das Gespräch, Ulrike!

 

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