„Einfach hingehen und knipsen reicht nicht aus“ - Interview mit Ralph Romer

Ob bei der Renovierung der Kirche, den Gottesdiensten oder anderen Festen in der Pfarrei. Ralph Romer ist bei vielen Events in der Gemeinde St. Michael Mering vor Ort und hält sie mit seiner Kamera fest. Im Interview erzählt der 43-jährige passionierte Hobby-Fotograf über seine Leidenschaft, seine Arbeit in der Pfarrei und seinen Glauben.

[Michl] Ralph, wie bist du eigentlich zum Fotografieren gekommen?
[Ralph Romer] Das ist schon lange her. Bereits als kleines Kind habe ich Fotos geschossen. Damals noch mit sogenannten „pocket“-Kameras. Das hat mir dann aber nicht mehr gereicht, weshalb ich mich mit Spiegelreflexkameras beschäftigt habe. Nach langem Sparen habe ich mir als Jugendlicher eine halbautomatische Minolta X300 gegönnt - die liegt jetzt noch bei mir. Seitdem habe ich mir sukzessive neues Material oder andere Geräte gekauft. Seit 2012 besitze ich eine digitale Spiegelreflexkamera.

[Michl] Die Gerätschaften hattest du also. Aber reicht Talent zu einem guten Fotografen?
[Ralph] Nein. Ich habe viele Bücher gelesen, Filme und Videos im Internet angeschaut, Workshops besucht und mir so die Fähigkeiten fast im Selbststudium angeeignet.

[Michl] Du bist hauptberuflich als gelernter Bauingenieur beim deutschen Patent- und Markenamt tätig. Welche Rolle nimmt dann die Fotografie in deinem Leben ein?
[Ralph] Es ist mein leidenschaftliches Hobby. Die Fotografie ist genau der kreative Gegenpol zu meiner technischen Arbeit. Das sind zwei Welten, die sich ergänzen und für einen Ausgleich sorgen.

[Michl] Die Fotografie wolltest du also nie zu deinem Beruf machen.
[Ralph] Erstaunlicherweise nicht. Vielleicht liegt das daran, dass ich diese Passion ohne Druck und Zwang ausüben wollte. Wenn ich damit meine Brötchen verdienen müsste, dann müsste ich auch Dinge tun, auf die ich keine Lust hätte. Somit könnte der Spaß und die Freude am Fotografieren verloren gehen. Das wollte ich vermeiden.

[Michl] Heißt im Umkehrschluss, dass dir alle Arbeiten in der Pfarrei Spaß machen.
[Ralph] Das stimmt schon. Dennoch stehe ich auch bei dieser Arbeit unter einem gewissen Zugzwang, denn die Bilder sollen in guter Qualität, jedem zugänglich und am besten sofort fertig sein. Da gibt es schon auch eine gewisse Erwartungshaltung. Das kann ich gut nachvollziehen, verlangt von mir aber auch hohe Einsatzbereitschaft. Aber das mache ich gerne.

[Michl] Welche Eigenschaften oder neudeutsch als „skills“ bezeichnet muss man denn mitbringen?
[Ralph] Ich bemühe mich den Moment zu erwischen, der eine Stimmung ausmacht. Die Emotionen, die starken Gesichtsausdrücke, die besonderen Lichtverhältnisse genau im richtigen Augenblick einzufangen ist wahnsinnig schwer und bedarf auch eines Quäntchens Glück. Da produziere ich auch mal eine Menge Ausschussbilder. Aber das ist es mir wert.

[Michl] Wie bist du überhaupt zum „Pfarrei-Fotograf“ geworden?
[Ralph] Ich kenne unseren Pfarrer schon sehr lange. Bereits aus seiner Kaplanzeit und über meine Frau, die sich zu dieser Zeit als Jugendgruppenleiterin engagiert hatte. Als dann unsere Kinder zur Kommunion gekommen sind und in der Vorbereitungszeit an diversen Gottesdiensten mitwirkten, habe ich Thomas angeboten, diese Gottesdienste fotografisch zu begleiten und die Bilder der Pfarrei und den anderen Eltern zur Verfügung zu stellen. So ist eine Zusammenarbeit entstanden und ich halte seitdem besondere Momente in der Pfarrei fotografisch fest.

[Michl] Welche Beweggründe hast du neben der Freude an der Fotografie für dein Engagement in der Pfarrei?
[Ralph] Ich möchte den Menschen zeigen, dass wir in der Kirche auch Spaß haben, es viele spannende und emotionsgeladene Momente gibt und wir eine lebhafte Gemeinde sind.

[Michl] Wie wichtig ist dir dein Glaube in deinem Leben?
[Ralph] Sehr wichtig. Ich empfinde meinen Glauben als einen Dienst an Gott, aber auch als einen Dienst an mir selbst. Es ist kein Zwang für mich in die Kirche zu gehen. Durch diese Zeit finde ich zu mir, komme zur Ruhe und kann über viele Dinge nachdenken. Gerade bei uns in der katholischen Kirche wird uns durch die Liturgie Halt, Struktur und Ruhe gegeben. Aber ich renne auch nicht jeden Sonntag in die Kirche, sondern ‚lasse auch mal die Kirche im Dorf‘. Genau diese Aspekte vermittelt unser Pfarrer sehr gut, indem er den Glauben alltagspraktisch vorlebt.

[Michl] Deine Kinder sind bei den „Minis“. Christliche Erziehung ist dir scheinbar wichtig.
[Ralph] In der Kirche werden Werte, wie Toleranz, Achtung und Nächstenliebe vermittelt, die ich auch versuche meinen Kindern vorzuleben. Sich in der Pfarrei als Minis zu engagieren, kam von ihnen selbst. Es bedurfte keiner Überredungskünste.

[Michl] Eine letzte Frage zu deinem Engagement: Könntest du dir derzeit weitere Aufgaben in der Gemeinde vorstellen?
[Ralph] Nein. Dadurch, dass ich das Fotografieren sehr ernst nehme und professionell angehe, merke ich, dass ich da zeitlich an meine Grenzen komme. Besonders die Nachbearbeitung daheim kostet viel Zeit. Einfach hingehen und knipsen reicht nicht aus.

Interview Matthias Biallowons

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