Weihnachten im Pflegeheim - Gespräch mit zwei Kommunionhelfern

Der Lektoren- und Kommunionhelferkreis ist dieses Jahr durch seine Kreuzträger bei der Andechswallfahrt repräsentiert worden. Jedoch tut dieser Kreis auch Dienst an Stellen, die für bestimmte Mitglieder der Pfarrei noch wichtiger sind. Gemeint ist der Wortgottesdienst mit Kommunionspendung im Pflegezentrum Ederer, welcher Woche für Woche am Sonntag durch Kommunionhelfer geleistet wird.
Dazu fragt der Meringer Michl die Kommunionhelfer Uta Geyer und Werner Zegowitz nach ihren Erfahrungen.

[Michl]: Wie sind Eure Erfahrungen bei der Kommunionspendung? Wie wichtig ist dieser Dienst?

[Herr Zegowitz]: Es ist eine sehr beglückende Erfahrung, da es ein notwendiger und wichtiger Dienst ist. Ich nehme auch Wechselwirkungen wahr. Die Leute erwarten jeden Sonntag unser Kommen. Es würde ihnen einiges fehlen, wenn wir nicht kämen.

[Frau Geyer]: Ich halte es auch für einen sehr wichtigen und beglückenden, allerdings auch schwierigen Dienst, der mich emotional sehr fordert. Gestern erst hatte ich wieder eine Begegnung mit einer dementen Frau, die in letzter Zeit körperlich und geistig sehr abgebaut hat und nur noch wenig um sich herum wahrnimmt. Sie nimmt zwar teil, aber ich weiß nicht, inwieweit sie bewusst dabei sein kann. Wenn ich dann mit der Kommunion zu ihr komme mit den Worten: „Der Leib Christi“, merke ich ganz plötzlich, wie in ihren Augen ein Verstehen aufgeht. Diese Worte sind ihr von Kindheit an vertraut. Das sind so Momente, wo wir spüren, wie wichtig dieser Dienst ist.

[Michl]: Jetzt ist Advent, und es steht Weihnachten vor der Tür, das Fest der Familie und der Freude. Sicher ist das für diese Menschen eine besonders schwere und vielleicht traurige Zeit. Bringt sie auch für euch besondere Probleme und Herausforderungen?

[Herr Zegowitz]: Generell versuche ich immer, Aktuelles aus dem Kirchenjahr mit einzubringen. Wenn jetzt Kirchweih war oder St. Martin, gehe ich auf dieses Thema ein. Auch jetzt im Advent werde ich sagen: „Es ist der dritte Advent, und wir haben die dritte Kerze angezündet.“
Wir treffen da Kranke in ganz unterschiedlichen körperlichen und geistigen Situationen an, die aber gefühlsmäßig fast alle noch ansprechbar sind. Und es gibt auch hier Leute, die nicht nur auf die Kommunion, sondern auch noch bewusst auf das Wort Gottes warten. Aber der Advent ist nicht schwieriger als das restliche Jahr.
Wir kriegen allerdings immer nur einen kleinen Einblick in das Leben der Menschen, da wir auf jedem der beiden Stockwerke jeweils nur 15-20 Minuten sind, so kann man nicht näher in ihr Leben hineinsehen. Trotzdem gehe ich zu jedem hin und wechsle ein paar Worte.

[Frau Geyer]: Manche erkennen mich sofort wieder, und andere hingegen erkennen mich gar nicht, aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung. Ich weiß auch nicht, inwieweit sie trotz der brennenden Kerzen den Advent überhaupt wahrnehmen. Bei diesen Demenzkranken handelt es sich oft nur um einzelne wache Momente und Augenblicke. Ich merke, wenn ich vertraute Gebete und Texte bete, dass sie dann teilnehmen und auch mitsprechen, wie neulich bei „O Heiland, reiß die Himmel auf“, einem Liedtext, den sie seit der Kindheit kennen. Demnach können wir nicht bestätigen, dass der Advent für diese Menschen eine besonders schwere Zeit ist.

[Michl]: Wie bereitet ihr euch darauf vor?

[Herr Zegowitz]: Zunächst gehört dazu, dass man Liebe mitbringt und sich auf diesen Dienst einlassen kann. Dass man mit den Leuten reden kann, ohne zu erwarten, dass daraus ein Dialog entsteht.

[Frau Geyer]: Man muss sich Zeit nehmen, darf keine Hektik mitbringen und nicht in Eile sein. Wichtig ist auch, dass man jeden begrüßt, jedem die Hand reicht und sich jedem individuell zuwendet, freundlich und fröhlich ist. Der Körperkontakt ist ganz wichtig.
Beide: Wir wählen einfache, verständliche Lesungstexte aus, die auch nicht bedrohlich sind. Es kommt nicht darauf an, ob dieser Text vom Tag ist oder nicht, viel wichtiger ist, dass es nicht um Strafe und Verdammnis geht.

[Michl]: Die meisten Menschen haben jetzt zu Weihnachten irgendwelche, meist materielle Wünsche. Haben auch diese Menschen besondere (Weihnachts-)Wünsche?

[Frau Geyer]]: Nein. Die, die noch klar im Kopf sind, wollen nach Hause zu ihren Familien. Da hat mir erst eine neue Bewohnerin der Kurzzeitpflege erzählt, dass sie sich freut, bald heim zu kommen, da sie nur von einem kurzen Aufenthalt ausgeht. Aber sonst haben diese Kranken keine besonderen Wünsche.

[Herr Zegowitz]: Wichtig ist ihnen einfach, dass sie nicht allein sind, sondern in Gemeinschaft mit anderen Menschen. Leider wissen wir auch nicht, wie diese Bewohner den Tag verbringen und was sie für einzelne Wünsche haben, außer vielleicht, dass sie Weihnachten im Kreise ihrer Familien sind.

[Michl]: Nun noch eine letzte Frage an euch. Habt auch ihr im Rahmen eurer Arbeit irgendwelche Wünsche für die Zukunft?

[Herr Zegowitz]: Ich persönlich fände es besser, wenn man sich nur auf ein Stockwerk konzentrieren müsste und die ganze Zeit, die man hat, für dieses verwenden könnte. Wir sind ja zeitlich eingequetscht zwischen der Messe, die ja jetzt um 10:30 Uhr ist, und dem Mittagessen im Heim, welches gleich nach unserem Wortgottesdienst serviert wird.
Im Sommer hatten wir einmal Gelegenheit, die Andacht auf der Dachterrasse zu halten, wo dann alle Leute auf einmal da waren und die gesamte Zeit für eine Andacht zu Verfügung stand. Da konnte man sich viel besser auf alle einlassen. Mir wäre es lieber, mit beiden Gruppen auf einmal den Wortgottesdienst zu feiern, als das zweimal hintereinander „abspulen“ zu müssen. Leider ist dies auf den Stockwerken nicht möglich.

[Frau Geyer]: Mehr Zeit wäre auch mein Wunsch. Durch die neue Gottesdienstordnung sind wir zeitlich noch stärker eingeschränkt, vor allem, wenn ein besonderer Festtag ist und die 10:30 Messe länger dauert.

[Michl]: Ich bedanke mich für diese Eindrücke und dieses intensive Gespräch und wünsche euch weiterhin noch viel Kraft und Motivation für diesen Dienst.

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Aus diesem Grund führt der Meringer Michl vom Fest des Hl. Michaels an jeden Monat ein kurzes Interview zu einem aktuellen Thema in der Pfarrei mit einer zum Thema verantwortlichen Person. Somit wird versucht mehr Verständnis beim Meringer Michl und eben bei den Meringern zu erreichen.

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